SOP-RD-005 Freigegeben

Anaphylaxie

Schwere allergische Reaktion erkennen und ohne Verzögerung mit Adrenalin intramuskulär behandeln.

Kategorie
Internistische Notfälle
Zielgruppe
RS, NotSan, NA
Version
1.0
Stand
Verantwortlich
Ausbildungsleitung
Inhalt dieser SOP
  1. Ziel und Geltungsbereich
  2. Schweregrade
  3. Ablauf
  4. Adrenalin i.m. – Dosierung

Ziel und Geltungsbereich

Die Anaphylaxie ist eine akut lebensbedrohliche allergische Reaktion. Diese SOP beschreibt das Erkennen der Schweregrade und die Erstbehandlung.

Achtung: Adrenalin i.m. ist das wichtigste Medikament

Bei Atem- oder Kreislaufbeteiligung nicht zögern. Antihistaminika und Kortison wirken zu langsam und sind nur Ergänzung.

Schweregrade

GradSymptome
IHautreaktionen: Juckreiz, Quaddeln, Rötung, Schwellung
IIzusätzlich Übelkeit, Bauchkrämpfe, leichte Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall
IIISchock, Bronchospasmus, Kehlkopfschwellung, Bewusstseinsstörung
IVAtem- und / oder Kreislaufstillstand

Ablauf

  1. Auslöser stoppen: Infusion abstellen, Stachel entfernen, Allergenkontakt beenden.
  2. Beurteilung nach xABCDE, Notarzt nachfordern.
  3. Adrenalin i.m. in den seitlichen Oberschenkel (Dosis siehe Tabelle) – bei fehlender Besserung nach 5 Minuten wiederholen.
  4. Lagerung nach Symptomen:
    • Kreislaufprobleme → flach, Beine hoch
    • Atemnot → Oberkörper hoch
    • Bewusstlos mit Atmung → stabile Seitenlage
  5. Sauerstoff hochdosiert.
  6. Zugang, Volumen: Erwachsene 500–1000 ml kristalloide Lösung, Kinder 20 ml/kg KG.
  7. Bei Bronchospasmus: zusätzlich inhalativ (z. B. Salbutamol oder Adrenalin vernebelt).
  8. Antihistaminikum und Glukokortikoid nach Anordnung.
  9. Transport in die Klinik und Überwachung – auch bei Besserung.

Adrenalin i.m. – Dosierung

AlterDosisVolumen (1 mg/ml)
Erwachsene und Kinder > 12 Jahre0,5 mg0,5 ml
Kinder 6–12 Jahre0,3 mg0,3 ml
Kinder < 6 Jahre0,15 mg0,15 ml

Tipp

Hat der Patient einen eigenen Adrenalin-Autoinjektor dabei, kann dieser sofort verwendet werden.

Merke: Zweiphasiger Verlauf

Auch nach erfolgreicher Behandlung können die Symptome Stunden später erneut auftreten. Deshalb immer Transport und Überwachung in der Klinik.

Schulungsunterlage. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Leitlinien sowie die Vorgaben der ärztlichen Leitung. Medikamentengaben nur im Rahmen der freigegebenen Kompetenzen bzw. auf ärztliche Anordnung.

Stichwörter: Allergie, allergische Reaktion, Adrenalin, Schock, Bronchospasmus, Kinder