SOP-RD-009 Freigegeben

Basishygiene und Infektionstransport

Händehygiene, persönliche Schutzausrüstung, Desinfektion nach dem Transport und Vorgehen bei Nadelstichverletzungen.

Kategorie
Hygiene & Eigenschutz
Zielgruppe
RH, RS, NotSan, NA
Version
1.0
Stand
Verantwortlich
Ausbildungsleitung
Inhalt dieser SOP
  1. Ziel und Geltungsbereich
  2. Händedesinfektion
  3. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
  4. Infektionstransport
  5. Routinedesinfektion nach jedem Patienten
  6. Nadelstich- und Schnittverletzung

Ziel und Geltungsbereich

Hygiene schützt Patienten und Personal. Basishygiene gilt bei jedem Patientenkontakt – nicht nur bei bekannten Infektionen.

Händedesinfektion

Die fünf Indikationen:

  1. Vor Patientenkontakt
  2. Vor aseptischen Tätigkeiten (z. B. Zugang legen)
  3. Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material
  4. Nach Patientenkontakt
  5. Nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung

Merke

Ausreichend Desinfektionsmittel, mindestens 30 Sekunden einreiben, bis die Hände trocken sind. Keine Ringe, Uhren oder künstlichen Fingernägel im Dienst.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

SituationSchutz
Jeder PatientenkontaktEinmalhandschuhe
Spritzgefahr (Blut, Erbrochenes, Absaugen)zusätzlich Schutzbrille und Mund-Nasen-Schutz
Erreger mit Übertragung über die LuftFFP2-Maske, Schutzbrille, Schutzkittel
Kontaktübertragung (z. B. multiresistente Erreger)Schutzkittel, Handschuhe

Infektionstransport

  1. Bei Alarmierung Erreger und Übertragungsweg erfragen.
  2. Material im Patientenraum vor dem Einsatz auf das Nötige reduzieren.
  3. PSA vor dem Patientenkontakt anlegen.
  4. Patient trägt – wenn möglich – einen Mund-Nasen-Schutz.
  5. Zielklinik vorab informieren.
  6. Nach der Übergabe: PSA richtig ablegen, Händedesinfektion.
  7. Desinfektion von Fahrzeug und Material nach Hygieneplan, Einwirkzeit beachten.
  8. Wäsche und Abfall gemäß Hygieneplan entsorgen, Einsatz dokumentieren.

Routinedesinfektion nach jedem Patienten

Nadelstich- und Schnittverletzung

  1. Blutung durch Druck auf das umliegende Gewebe fördern.
  2. Wunde mit einem geeigneten Antiseptikum desinfizieren.
  3. Sofort Durchgangsarzt oder Betriebsarzt aufsuchen – eine mögliche Postexpositionsprophylaxe ist zeitkritisch.
  4. Daten zum Indexpatienten (Infektionsstatus) sichern.
  5. Unfall dokumentieren und melden.

Achtung

Kanülen nie zurückstecken (kein Recapping). Spitze Gegenstände sofort in den Abwurfbehälter.

Schulungsunterlage. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Leitlinien sowie die Vorgaben der ärztlichen Leitung. Medikamentengaben nur im Rahmen der freigegebenen Kompetenzen bzw. auf ärztliche Anordnung.

Stichwörter: Händedesinfektion, PSA, Schutzausrüstung, Desinfektion, Nadelstichverletzung, Infektion, FFP2